Gesucht wird... die Mafia Ost
Ein Film von Wilfried Huismann und Jürgen Thebrath, Kamera: Reinhard Gossmann+Nagib Bahgat, Ton: Hubert Schick, Schnitt: Petra Schlüter, Mischung: Udo F. Grap, Produktionsleitung: Klaus Geiss , Redaktion: Elke Hockerts-Werner.
(c) WDR 1991, 45 Min.

Dr. Joachim Abicht, Chef des DDR-Außenhandelskonzerns ROBOTRON Export-Import. Er ist Offizier im Besonderen Einsatz und hilft, Mielkes "Überlebensordnung 8-86" umzusetzen. Vor der Wende holt er 40 hohe Stasi-Offiziere in die Direktion, darunter Peter Feuchtenberger, den Chef der Funkaufklärung. Die Stasi-Seilschaft leert die Devisenkonten des Konzerns und holt in Filialen überall auf der Welt die Bargeldbestände in Koffern ab- um sie in Liechtestein und anderen Ländern anzulegen.

Das riesige Devisenvermögen von Robotron Export-Import wird von der Stasi-Seilschaft auf neugegründete (private) Firmen verteilt- unter dem Dach der Treuhand. Die Stasi-Bosse von damals werden zu neuen Millionären.Die Stasi bringt vor und in der Wende ca. 20 Milliarden West-Mark in Sicherheit und gründet damit ein weltweites Finanzimperium. Die Ermittlungsgruppe "Vereinigungskriminalität" ist der Mafia-Ost auf der Spur.

Am Ende werden alle Ermittlungen eingestellt-auf Weisung des Bundesjustizministeriums. Begründung:: "Höhere Interessen der Bundesrepublik Deutschland" stünden auf dem Spiel. Der ehemalige DDR-Staatsanwalt Dr. Klaus Schulze meint, die Stasi sei auch nach der Wende "unangreifbar" und : "Das wird für die Zukunft ein schweres Brot."
"Blitzsauber recherchiert, verschafften die Autoren dem Publikum einen Blick in die Abgründe der Marktwirtschaft Marke Wild-Ost... Die 45 Minuten investigativer Journalismus zeigen, was "Aufklärung" im besten Sinne vermag:Eine lückenlos belegte Beschreibung dessen, was skrupellose Stasi-Offiziere noch immer bewegen- im Bunde mit der überforderten Treuhandanstalt und tatenlosen Politikern in Bonn." (Süddeutsche Zeitung,16./17.11.1991)